Türkei / Istanbul |
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Kebap ist das halbe Leben |
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Istanbul |
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Für die Einreise (ferienhalber bis 3 Monate) braucht ihr kein Visum. Jedoch ist die Grenzkontrolle in der Türkei überall ziemlich streng. Bei der Ausreise noch mehr als bei der Einreise. Nehmt nichts als Souvenir mit, was nicht 100% legal ist (z.B. Steine, Muscheln, spezielle Gewürze oder Tabak). In den touristischen Gebieten ist das Leben sehr westlich und mit unserem zu vergleichen. In Tekirdag (2 Autostunden westlich von Istanbul) leben die Menschen aber noch sehr zurückversetzt. Dort darf man sich als Frau keinesfalls mit unbedekten Knien oder Schultern in der Öffentlichkeit zeigen. Bitte respektiert die türkischen Bräuche! Teilweise dürfen Frauen Moscheen nicht betreten - informiert euch vorher im Hotel bzw. Touristenbüro. Auf unzähligen Bazars im ganzen Land viele Gewürze und Textilien zu Spotpreisen und mit einer einwandfreien Qualität. Religion spielt eine sehr grosse Rolle und fast überall wird man schon morgens um 6 von einem "Schreihals" auf der Mosche geweckt. Daran gewöhnt man sich aber schnell. Das türkische Essen hats mir voll angetan. Kebap ist schon hier gut, aber dort unten gibt es Leckereien ohne Grenzen. Vor allem die Süssigkeiten (mit Zuckerwasser eingelegter Blätterteig gefüllt mit Honig und Haselnüssen) ist delicious. |
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Bereits 1998 besuchte ich meine ehemalige Schulfreundin Özlem in der Türkei (siehe Bericht 1998 unten). Seither habe ich Sie nicht mehr gesehen. Unterdessen ist sie verheiratet und lebt mit ihrem Mann und dem 5 jährigen Sohn Börke in Istanbul. Ganz unerwartet erhielt ich im September 2007 einen Anruf von Özlem. Ohne zu überlegen, buchte ich einen Flug mit Easy Jet von Basel nach Istanbul. Für nur 150.- fliegt man in rund 2 Stunden zum Sabiha Gökan Flughafen. Ganz nervös steige ich Mitte Dezember aus dem Flugzeug und bin total gespannt, wie sich meine Freundin in den letzten Jahren verändert hat. Werde ich sie überhaupt noch wiedererkennen? Ist sie überhaupt da draussen und wartet auf mich? Ich stelle mein Handy an und bekomme eine SMS von ihr. Sie warte seit 2 Stunden bei der Ankunft um mich ja nicht zu verpassen. Ich freue mich, denn in wenigen Minuten werden wir uns wiedersehen! Ja, wir erkannten uns sofort und die Freude war auf beiden Seiten gross. Özlem sieht super aus! Extrem modern ohne Kopftuch o.ä. was ihr jetzt vielleicht erwartet hättet....
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Mit dem öffentlichen Bus fahren wir rund eine Stunde in die City. Sie wohnen in einem modernen Viertel mit vielen Hochhäusern und Shopping-Centern. Ich war ja vor 9 Jahren schon einmal am Bosporus, doch jetzt ist irgendwie alles so westlich! Als erstes führt mich Özlem zum Mittagessen aus. Sie bestellt alles, was so richtig türkisch ist. Ohne sie wäre ich aufgeschmissen gewesen, denn die Karten sind natürlich nur auf türkisch geschrieben und etwa 2 Seiten bestanden nur aus Kepab-Gerichten. Da gibt es ein kleines Problem... ich esse normalerweise kein Fleisch und auf dieser Karte gibt es ausser Raki (einem weissen Anis-Schnaps) wahrscheinlich nichts Vegetarisches! Gut, Augen zu und durch. Zur grossen Überraschung fand ich das Essen total lecker. Kepab ist hier z.B. Auberginen-mousse mit Jogurtsauce und ein wenig Kepap Fleisch darauf. Dazu gibt es eine Art warmes Pizzateig-Brot mit Butter und Reibkäse. Dann stand da etwas, was wie rohes Fleisch aussah. Das kann ich aber nun wirklich nicht runterkriegen, dachte ich mir. Scheu gefragt, erklärte mir Özlem, dass dies Weizenkugeln mit Tomatenpüree und vielen Gewürzen seien. Ok... dann probiere ich mal und bin erneut positiv überrascht. 1. Pluspunkt für Istanbul. Dann geht es weiter in die Stadtwohnung um endlich mein Gepäck loszuwerden. Wir haben soviel zu besprechen, es ist wirklich lange her, seit wir uns zum letzten mal gesehen haben. Bald kommen ihr Mann Murat und ihr Sohn Börke nach Hause. Natürlich können wir uns nicht unterhalten, da ich nicht türkisch und er kein englisch spricht. Aber Özlem übersetzt alles und ich merke bald, dass mir Murat sehr sympathisch ist. Er arbeitet 6 Tage in der Woche in einer Apotheke im benachbarten Viertel. Der 5 jährige Sohn ist total süss. Er besucht jeweils morgens den Kindergarten. Ich habe natürlich Geschenke aus der Schweiz mitgebracht: Schokolade (wie kanns auch anders sein), Zeitschriften, Sackmesser und Lego für den Kleinen.
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Nach dem Abendessen kommen die Nachbarn zu Besuch. Özlem hat ihnen von mir erzählt und jetzt wollen sie alles M ögliche von mir wissen. Auch sie sprechen keine Fremdsprache, aber die Kommunikation klappt trotzdem immer irgendwie. Wir trinken türkischen Kaffee und Tee und essen zuckergetränkte Spezialitäten dazu (viele Grüsse an meinen Zahnarzt). Das Nachbars-Paar ist um die dreissig, total offen und sehr nett. Am nächsten Morgen fahren Özlem, ihr Sohn und ich mit dem Taxi zu Özlems Mutter. Sie wohnt mit einer Tochter und dem neuen Freund ca. 20 Minuten entfernt. Sie wissen nicht, dass ich in der Stadt bin und sind natürlich zuerst total geschockt, bevor sie sich über meinen Besuch freuen können. Auch sie habe ich zuletzt vor 9 Jahren gesehen. Wir essen gemütlich Frühstück und lassen Börke dann gleich bei der Grossmutter, denn wir Mädels gehen auf Shopping-Tour. Zuerst geht es zu Fuss zum berühmten Aussichtspunkt mit dem Café Pierre Loti. Von da aus kann man mit einer Seilbahn zum goldenen Horn hinunter fahren (über einen der grössen Friedhöfe Istanbuls). Unten wartete sogleich ein gefüllter Bus, mit welchem wir zum grossen Bazar fuhren. Die Strassen sind gefüllt mit Shopping-Wütigen Einheimischen. Es sei soviel los, erklärt mir Özlem, da in 5 Tagen ein grosses Fest gefeiert wird. Irgendeines, an welchem Schafe geschlachtet werden und so... na toll! Zum Glück bin ich dann nicht mehr hier! Wir schlendern so durch die Strassen und kaufen das eine oder andere ein. Natürlich sind die Preise nirgends fixiert und es wird überall wie wild gefeilscht. Zu meinem Erstaunen ist auch hier die vorweihnachtliche Zeit nicht zu übersehen. Überall funkelt Lametta und riesige Nikoläuse stehen herum. Komisch.. aber anscheinend zieht das nicht nur bei den Touristen. Bei Özlem zu Hause steht im Wohnzimmer jedenfalls auch ein geschmückter Weihnachtsbaum. |
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Nach einer fast endlosen Einkaufstour kommen wir um 19 Uhr mit unzähligen Plastiktüten zu Hause an. Der Freund und die Nachbarn warten schon, denn sie haben als Überraschung einen Tisch in einem Restaurant reserviert. Nach kurzer Taxi-Fahrt kommen wir beim Galata Tower an. Wow, das ist schön hier. Das Essen war gut und die Showeinlagen gehäuft: Bauchtänzerinnen, Messerwerfer und Entertainer gaben ihr Bestes um die internationale Kundschaft zufrieden zu stellen. Auf jedem Tisch waren Fähnchen aufgestellt um aufzuzeigen, woher die Gäste kommen. Ich war die einzige Schweizerin.. das sollte mir heute Abend noch zum Verhängnis werden. Plötzlich fängt der alte Entertainer an, Volkslieder der verschiedenen Nationen zu singen. Ich beachte das ganze eine Weile und wende mich dann wieder dem Nachtisch zu. Plötzlich streckt mir dieser Typ ein Mikrofon unter die Nase und verlangt eine Jodeleinlage von mir. Super. Ich mach mich trotzdem zum Affen und er meint "och, das tönt aber lustig. Bist Du sicher, dass Du aus der Schweiz kommst?". Haha.. das Gelächter bricht aus, ich schiniere mich für eine Minute und denke, dass das Schlimmste nun vorüber sei. Denkste! Keine 5 Minuten später holt mich dieser Typ auf die Bühne. Mit 5 anderen Damen darf ich dann zu orientalischer Musik vor ihm herum tänzeln. Dann holt er nach und nach die Freunde/Männer der Damen auf die Bühne, diese müssen zusammen tanzen und dürfen dann wieder Platz nehmen. Natürlich hat der schlaue Mann gesehen, dass ich alleine da war und machte sich wieder einen Spass daraus. "Ah, Du bist alleine hier?! Das trifft sich gut, ich nämlich auch". Haha, schon wieder Gelächter und mein Kopf scheint vor Scham allmählich signal-rot zu glühen. Der Nachbar von Özlem rettet mich dann, und tanzt den Song mit mir, damit ich dann nach laaaangen 5 Minuten im Rampenlicht endlich wieder Platz nehmen kann.
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Der Abend ist neben der peinlichen Showeinlage total lustig. Wir verlassen den Galatatower und ich werde von Özlem und Co. reichlich beschenkt. Mit dem Auge, dass auf mich aufpassen soll, einem Galatatower aus Ton zur Erinnerung an den Abend und mit einem Zippo. Da erst etwa Mitternacht ist und ich laut Murat noch nicht einmal eine Wasserpfeife geraucht habe, liefen wir in ein Vergnügungsviertel zu einem Kaffee und danach zu Tee inkl. Apfel-Wasserpfeife. So, nun kann ich alle typischen Touri-Tätigkeiten abhaken. Wir fahren zurück nach Hause und trinken, wie kann es anders sein, zum Abschluss einen türkischen Kaffee. Also ein Schluck Kaffee trifft es besser. Denn die türkischen Espressotassen sind halb mit ungeniessbarem Satz gefüllt. Lediglich 2 Schlücke kann man als richtigen, aber sehr feinen, Espresso geniessen. Aus dem Satz wird dann oft von Wahrsagern und älteren Leuten die Zukunft gelesen.
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Die Zeit in der multinationalen, trendigen Metropole ist viel zu schnell vorbei gegangen. Und bereits am nächsten Morgen werde ich wieder an den Flughafen gefahren. Die Tränen rollen aber ich bin mir sicher, bald wieder nach Istanbul zu kommen. Somit verbleibe ich mit einem herzlichen Allaha ısmarladık - güle güle - Auf Wiedersehen (Gegengruß, sagt derjenige, der bleibt) |
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1998 flog ich mit 15 Jahren zum ersten Mal alleine - in die Türkei. Schon bei der Ankunft in Istanbul hatte ich ein mulmiges Gefühl... mit Sturmgewehren bewaffnet standen auf dem ganzen Flughafenareal vermummte Männer. Ums genau zu sagen, waren da irgendwie überall nur Männer. Ich musste mich eine Stunde gedulden, bis mich meine Gastfamilie abholte und war gottenfroh, als ich endlich im Auto sass. Nach 2 Stunden Fahrt kamen wir dann in Tekirdag an, einem kleinen Bauerndorf am Meer, westlich von Istanbul. Dort schien noch alles zu sein, wie in der Schweiz vor 50 Jahren. Pferdegespannte Wagen zogen die Ernte vom Feld, Frauen verkauften Brot am Strassenrand und die Häuser waren aus Lehm zusammengeflickt. Plötzlich tauchte ein, für türkische Verhältnisse, superschönes neues Haus auf, welches mein Domizil für die nächsten zwei Wochen wurde. Die Familie Oezoguz lebte die letzten 30 Jahre in der Schweiz und konnte sich nun hier ein nettes Häuschen bauen. Ich lernte die Tochter Özlem in der Schule kennen und sie war ab da meine beste Freundin. Als sie 16 war, entschieden sich die Eltern zurück in die Türkei zu reisen - für immer. Dies war ein Schock. Aber wenigstens hatte ich die Möglichkeit, sie einen Sommer später im neuen Heim besuchen zu können. Ich freute mich auf den Urlaub und erhoffte mir Spass und Erholung. Diese Illusion verplatzte aber sehr schnell: Der Hausherr beherrschte uns Mädchen wie ein König. Jeden Morgen um 8 Uhr klopfte er an unsere Zimmertür und wollte Frühstück. Danach konnten wir für einige Stunden an den Strand. Die kleine Schwester musste aber immer mit, damit wir ja keinen Schabernack anstellen konnten. |
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Mittagessen kochen um 12 und Nachtessen bereitstellen um 18 Uhr. Jeden Tag. Kollegen von Özlem, meiner Freundin, hatten eine kleine Bar eingerichtet. Diese durften wir aber nicht besuchen - bzw. wir hätten sie nicht besuchen dürfen. Oezlems Mutter hat sich einige male Ausreden einfallen lassen, damit wir uns am Abend wenigstens ein bisschen amüsieren durften. Offiziell waren wir dann beim Karten spielen bei Özlems Grossmutter. Natürlich war der Besuch in Istanbul das Highlight. Der Bosporus (griechisch "Kuh- oder Ochsenfurt", die türkische Bezeichnung Boğaziçi ist von "Schlund" abgeleitet) ist eine Meerenge zwischen Europa und Kleinasien, die das Schwarze Meer mit dem Marmarameer verbindet; daher stellt er einen Abschnitt der südlichen Innereurasischen Grenze dar. Auf beiden Seiten der Meerenge liegt Istandbul. Der Bosporus hat eine Länge von ca. 30 km und eine Minimalbreite von 660 m. Die blaue Mosche und die Hagia Sophia muss man einfach einmal gesehen haben. |
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Die Hagia Sophia ist der bedeutendste Bau der späten Antike und wurde im 6. Jahrhundert erbaut. Der Name Hagia Sophia kommt aus dem griechischen und bedeutet "heilige Weisheit". Die vier Minarette um die Hagia Sophia wurden auch erst im 15. und 16. Jahrhundert errichtet. Eine Meisterleistung ist die Kuppel, die einen Durchmesser von 31 Meter hat und 56 Meter über dem Boden ist. Auch die Mosaike Verzierungen in der Kirche sind von sehr großer Pracht. Das Hagia Sophia Museum in Istanbul ist am Sultanahmet Square und hat Dienstag bis Sonntags von 9:00 - 16:00 Uhr geöffnet. Die Prinzeninseln vor Istanbul sind ein geeigneter Ort um dem hektischen Treiben in der Millionenmetropole ein wenig aus dem Weg zu gehen. Für wenige Euros kann man sich mit der Fähre rüberschippern lassen. Die bekannteste der 9 Insel heisst Büyük-Ada. Dort gibt es als Transportmittel superschöne Pferdekutschen und viele Grillplätze. Die 2 Wochen waren eine gute Erfahrung. Ich lernte viel über die türkische Kultur und sogar ein bisschen deren Sprache. :-) Leider sah ich Özlem da zum letzten Mal. Wir schrieben uns noch einige Jahre Briefe, doch plötzlich stoppte auch das. |
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