Reiseberichte Australien

Westcoast 2004

Fäbu berichtet über unsere Reise von Perth via Monkey Mia runter nach Esperance.

Western Australia ist flächenmässig der grösste Bundesstaat und nimmt fast ein drittel des gesamten Kontinents ein.

Dessen Hauptstadt Perth, mit 2,3 Millionen Einwohnern, ist die am weitesten abgelegene Stadt Australiens. Die Stadt wird vom Swan River geteilt und präsentiert sich dem Besucher als sehr lebensfroh und sonnenverwöhnt. Zusammen mit dem Vorort Fremantle leben ca. 70 % aller Westaustralier in dieser Agglomeration.

Diese Küste ist nicht zu vergleichen mit der east coast. Hier herrscht noch Natur pur und es scheint so, dass Massentourismus hier fast noch ein Fremdwort ist. Und das ist auch gut so. Man kann hier stunden lang gerade aus fahren ohne jemandem zu begegnen.

Als wir am 31. Dez. in Perth landeten war es schon ziemlich spät und unsere Stimmung nicht gerade Super gut. Ich war immer noch ein wenig krank und der Flug über Sydney war doppelt so lang wie ursprünglich geplant (details im Reisebericht Eastcoast 2004). Anyway, wir waren Down Under und alles andere war nicht so wichtig.

Diesmal hatten wir mit dem Backpacker richtig ins schwarze getroffen. Das griechische Ehepaar das im Exclusive Backpackers Gastgeber ist, war wirklich sehr hilfreich und zuvorkommend.

Das neue Jahr feierten wir auf den Strassen Perth`s, wo eine riesen Open Air Party organisiert wurde. Allerdings war der Abend geprägt vom Suchen des Handys, welches Conny geklaut wurde. Naja, es gibt schlimmeres und das war auch die erste und bis am Schluss die einzige negative Sache die uns passiert ist.

Am 1. Januar gingen wir auf Erkundungstour durch Perth und auf die Suche nach einem geeigneten Auto für unseren 4 wöchigen gemeinsamen Trip.

Um sich zu orientieren ist Perth wirklich klasse, 4 grosse Strassen und ein paar Querstrassen und Man(n) kann sich fast nicht verirren. Ich finde Perth gehört sicher zu den schönsten Städten in Australien. Was allerdings hier ein bisschen stört, ist Dr. Fremantle, der Wind der wirklich seehr unangenehm sein kann. Ein anderes Thema sind die Fliegen im Sommer , 10- 20 Stück sind sicher immer irgendwo in der Nähe der Nase oder des Mundes, da hilft auch Duschen nicht.

Am nächsten Tag fanden wir dann unser "Traum"- Auto ( getauft auf den Namen Bodo ) ein roter Ford Falcon mit 289.000 km. Ja es war wirklich ein Schnäppchen und was man auch sagen kann, wir hatten keine einzige Panne im verlaufe unserer Reise, und das waren mehr als 8,000 km. Mit dem Auto ist es auch viel einfacher im Westen voranzukommen da es nicht so zivilisiert ist und mit dem Greyhound schwierig ist die weite leere und Natur zu erleben.

Los ging es dann in Richtung Fremantle. Dieses wurde in den letzten paar Jahre in der Welt bekannt dank den verschiedenen Segelregatten wie Americas Cup, Australia Cup etc. Wir besichtigten das alte Gefängnis was sehr eindrücklich war. Bis vor zehn Jahren war es noch besetzt und erst dann wurde es zu einem Museum. Man kann hier noch richtig fühlen wie es damals wohl gewesen sein muss.

Bodo unser Auto
Pinnacles

Am folgenden Tag ging dann unsere eigentliche Reise Richtung Norden los. Mit Bodo war es einfach genial zu fahren auf den Strassen Australiens, am Anfang war der links Verkehr ein wenig verwirrend aber nach ein paar Std. fühlt man sich richtig heimisch, Fenster runter Klima Anlage an guter Sound rein, die Sonne im Gesicht, kein Stress und keine Verpflichtungen.

Ca. 250 km nördlich von Perth besuchten wir die Pinnacles im Nambung Nationalpark. Dabei handelt es sich um Tausende von verwitterten Kalksteinsäulen, die zwischen wenigen Zentimetern und bis zu 4 m hoch aus der vegetationslosen Sandebene aufragen. Die Entstehung der bizarren Pinacles ist umstritten. Als gesichert gilt jedoch, dass durch Wind und Wetter verursachte chemische Umwandlungsprozesse dafür sorgten, dass weichere Sandschichten weggespült wurden und nur noch härterer Kalkstein stehen blieb. Auf einem Rundweg kann das Gelände zu Fuß oder mit Auto erkundet werden. Eintritt pro PKW ca. 9 AU$.

Von jetzt an suchten wir uns immer irgendwo ein schönes Plätzchen am Strand zum schlafen. Am Tag fuhren wir durch die endlose Weite des Westen genossen das schöne Leben, machten Barbies lernten Aussies kennen, tranken VB und Bourbon/coke bis wir nach Geraldton kamen. Dies ist die nächste Stadt nach Perth. Hier hat es typische Malls, schöne Strände und vielleicht wenn Ihr mal da landet wird euch Elvis was vorsingen auf dem Markt allerdings nicht der Echte, oder vielleicht doch???

Etwas darf man hier nicht verpassen und das ist die Tankstelle, unbedingt den Wagen voll tanken ansonsten bezahlt man eine Menge mehr bei den Roadhouses in der Pampa.

Nach dem obligatorischen Einkauf ging es in Richtung Kalbarri ca. 250 km mitten im Nationalpark. Kalbarri ist ein kleines Dörfchen am Strand, der aus dutzenden Sandbänken bestand. Unsere "Zelte" schlugen wir dann gleich am beach auf wo wir mit unserem neuerworbenen Gasgrill köchelten. In einem kleinen Restaurant gönnten wir uns dann einen feinen Bourbon. P.S.: Man kam sich hier vor wie bei uns, es hatte fast nur Schweizer.

Heute hatten wir unsere 1. kleine Panne on the road: Als wir 2 Kängurus sahen hielten wir am Strassenrand an um sie zu beobachten, allerdings blieben wir im Sand stecken. No worries wir sind ja down under und keine 5 Minuten später haltete ein vorbeifahrender Ranger um uns zu helfen.

Von Kalibarri aus ging es ein paar Stunden weiter nach Monkey Mia, allerdings ist es nicht so typisch aussi like. Wir dachten dies sei ein Dorf mit Läden etc. wo sich ein Delfinresort befindet. Doch wir lagen falsch... Monkey Mia ist ein mit Barrieren geschütztes Bungalow Village mit einem Forschungscenter für Delfine direkt an einem tollen Strand. Da wir am Nachmittag ankamen und die Führung bzw. Fütterung schon stattfand, entschlossen wir und ein Zimmer (eher Barracke mit Klimaanlage) zu nehmen, da wir ja sowieso schon Eintritt bezahlt haben...
Delfin in Monkey Mia

Wir kochten uns in der Gemeinschaftsküche etwas zum Abendessen, genossen den perfekten Sonnenuntergang und freuten uns tierisch wieder einmal in einem Bett zu schlafen.

Um 8 Uhr morgens wollten wir auf keinen Fall die Delphin Fütterung verpassen. Natürlich waren auch etwa 10 Pelikane pünktlich auf die Minute zur Stelle, die sehnsüchtig darauf warteten auch einen Fisch abzubekommen. Es war wirklich gigantisches, diese graziösen Tiere in der Natur so nahe zu sehen. Allerdings war dieses Prozedere eher Touriabzocke, denn als wir nachher im Meer badeten sind uns 2 süsse Gesellen nachgeschwommen und wollten spielen. Das war ein einmaliges Erlebnis.

Dann machten wir uns auf den Rückweg nach Perth. Dies dauerte 2 volle Tage. Wir fuhren jeden Tag um die 5 std. Auto, was sich hier nach extremen Stress anhört war in Tat und Wahrheit pure Erholung.

Südlich von Perth befindet sich Bunbury. Eine kitschige Kleinstadt mit vielen farbigen Häusern. Hier hat es uns echt gut gefallen. Vorallem weil wir am Strand einen super Nachplatz mit private BBQ Grill gefunden haben.

Jetty in Busselton

30km weiter südlich liegt Busselton. Hier befindet sich die längste Jetty (2km) der südlichen Hemissphäre und anders als auf der One-Mile-Jetty in Carnarvon fährt hier der Zug sogar nocht - na ja, ist mehr ein Touristenzug... Am Ende der Jetty wurde fleissig Squid geangelt.

Auch am "besten" Surf Strand der Welt in Yallingup genossen wir ein kühles Bad, allerdings ohne Surf Brett. Hier im Westen ist es auch im Hochsommer immer mild. Baden ist südlich von Perth nur noch bei genialem Wetter möglich - oder man hat einen Neoprenanzug dabei :-)

An einem Abend, wir waren Richtung Pemberton unterwegs, roch es im Auto nach etwas verbrantem. Mit Bodo war alles in Ordung allerdings brannte es rund um uns. Das war ein riesen Schock weil wir mitten im Wald rund 30 km von der nächsten Ortschaft entfernt waren. Zum Glück kamen wir heil raus und auch dem Auto ist nichts passiert.

 

Nach einer kalten Nacht im Auto standen wir nach dem Frühstück vor dem Gloucester Tree. Ein ehemaliger Bushfire Ueberwachungsbaum. Hier geht es 60 m auf einer Hühnerleiter ohne Sicherung hinauf. Ich war fast oben, da hat auch mich der Mut verlassen:-) Da war der TopTreeWalk im Walpole Nationalpark um einiges sicherer und wir konnten die tolle Aussicht in den Baumwipfeln geniessen. Eintritt 6$/Person.

Ueber Denmark, ein Hippiedorf fuhren wir nach Albany. Dort gibt es ausser dem Dog Rock nichts zu sehen. Darum fuhren wir schnell weiter und liessen uns beim Eindunkeln in Ravensthorpe nieder. Das war ein gespenstisches Dorf (5 Häuser, 1 Hotel mit integriertem Pub, 1 Kamelfarm) mitten im Desert. Das Hotel war billig (30$ für ein Doppelzimmer mit TV und Balkon), das Essen gut und die Dusche sooooooo angenehm.

Ausschlafen war aber nicht, denn es ging weiter nach Esperance. Dort angekommen entdeckten wir den schönsten beach ever. Kilometerlang und menschenlos. Wir planschten den ganzen Tag und genossen das tolle Wetter - welches hier im süden leider nicht an der Tagesordnung liegt.

Dogrock

Hier endetet unsere gemeinsame Reise, Fäbu fuhr mit Bodo weiter nach Adelaide und ich fuhr mit dem Bus in 11 Stunden zurück nach Perth, da mein Rückflug in die Schweiz nahte.

Der Westen war echt toll und kann locker mit den anderen Staaten in Australien mithalten.

Länderübersicht

 

 

last update 07/10/2005 byConny