Die Strapazen des 10 stündigen Fluges waren beim Anblick der traumhaften Landschaft schon beim Flughafen in Varadero sofort vergessen. Ueberall auf den Strassen sind Menschen am spielen, schlafen, singen, lachen. Obwohl es ihnen wirklich an vielem fehl, sind sie eines der lebensfreudigsten Völker, denen ich je begegnet bin. Varadero ist eine abgekapselte Touristen-Halbinsel. Das ist schade, da man so praktisch keinen Kontakt zu den Einwohnern Kubas hat. Die einheimischen Hotelmitarbeiter sind eher zurückhaltend. Praktisch alle Hotelanlagen in Kuba (ab 3*) sind sehr sauber, das Essen ist toll und die Auswahl riesig. Schade ist nur zu sehen, wie viel Food in den Anlagen aufgetischt und vorallem weggeschmissen wird. Ausserhalb in den Läden herrscht Ebbe - schon ein wenig dekadent. Traurig ist da zu hören, dass sich nicht einmal die Angestellten vom "Uebriggelassenen" auf dem Buffet bedienen dürfen. "Abfall" sei nur für das Vieh. Wir übernachteten im Hotel Sol Las Sirenas, welches immer Lastminute Angebote offeriert. So könnt ihr für 2'000.- locker 2 Wochen all Inclusive nach Kuba reisen.
Obwohl wir im Oktober die karibische Wärme genossen, war im Hotel voll viel los (wenn man wollte). Dort haben wir dann nette deutsche Jungs kennengelernt. PS: Grüsse nach Köln!! Die Anderen 3 (aussen rechts) sind Belgier, welche min. 15 Stunden am Tag besoffen in der Poolbar sassen. Prost.

Wer die Insel und die Kultur anschauen möchte, macht dies am besten mit einem private Guide. Beim Hotel ein Taxi bestellen, Preis aushandeln und den ganzen Tag die versteckten Schönheiten Kubas betrachten. Dies kostet ca. 50$ - etwa gleich wie eine geführte Reise, nur dass das Gelb besser angelegt ist und man nicht überall von Touris umschwärmt wird. Strände gibt es massenhaft - palmengesäumt, mit schneeweissem Sand.
Nebst viel Zuckerrohr wird auf Kuba Tabak angepflanzt. Die Zigarren sind echt prima und preiswert. Kauft jedoch auf keinen Fall verschweisste Packungen von Strandverkäufern. Diese sind meist gefälscht und aus Bananenblättern gefertigt. Die können nicht einmal geraucht werden!! Romeo&Julia oder natürlich Cohiba sind die bekanntesten und in allen Variationen in jensten Shops zu erwerben. Auch Ché T-shirts, Karten, Hüte, Tücher etc. gibt es überall en masse. Im Städchen Varadero hat es einen kleinen Markt mit Souvenirs aus Holz und Ton. Diese sind extrem billig (typisches kub. bemaltes Auto aus Ton für 2$) und machen sich gut als Mitbringsel. In den Strassencafés erklingen von überall her heisse Rythmen von stylechten Opa-Bands mit Bass, Rasseln und was alles dazu gehört.

Havanna ist lifestyle. Verwitterte Prachtbauten, amerikanische Straßenkreuzer aus den Fifties und überall heiße Musik: Havanna bezaubert durch eine unwiderstehliche Mischung aus karibischer Lebenslust und der Melancholie vergangener Tage. Der älteste Platz der Stadt, die Plaza de Armas, auf der einst das spanische Militär aufmarschierte, ist heute fest in touristischer Hand: Hier kann man durch schicke Boutiquen schlendern, Che-Guevara-Fahnen oder Salsa-CDs kaufen. Als ein besonderes Schmuckstück der zum Weltkulturerbe erklärten Altstadt gilt die Calle Obispo, die die Plaza de Armas mit dem belebten Parque Central verbindet. Zahlreiche aufwändig renovierte Bauten erfreuen das Auge, nette Lokale laden zu einem Drink.
Im ehemaligen Präsidentenpalast dokumentiert das Museo de la Revolución den Verlauf der Revolution Fidel Castros und seiner Freunde gegen das Batista-Regime. Ebenfalls sehenswert: Vedado, der an das Meer grenzende Stadtteil im Westen mit seinen aus dem frühen 20. Jahrhundert stammenden Art-déco-Bauten. Hier verläuft auch der legendäre Malecón, die Uferstraße, an der für die Kubaner die Welt zu Ende ist.
Das Flair der Stadt reisst einem wahrlich mit. Vorsicht ist geboten, wenn ihr als weibliche Touris alleine unterwegs seit. Da es den Leuten halt wirklich wohlstandsmässig nicht sehr gut geht. Vor Raub muss man sich weniger fürchten als vor Latino-Lovers, welche einem auf der Stelle heiraten würden. Oder Schuhputzer, welche auf jeden Fall eure Schuhe putzen wollen - seien es nur Flip Flopps!!! Wenn ihr Fotos von Menschen macht, verlangen diese meistens 1 oder 2 $ dafür. Das ist ok... für sie ist dies ein grosser Betrag. Unser Guide erzählte uns, dass ein Lehrer oder Arzt in Cuba rund 50$ pro Monat verdiene. Jedoch ein Angestellter eines Hotels ca. 100$. Irgendwie auch nicht nachvollziehbar. However, es lohnt sich wirklich sich dieses lebhafte Land anzusehen, egal ob als Rucksacktourist oder für Badeferien.